Koreas einziges Chinatown liegt in einem kompakten Straßengitter aus bemalten Toren, Dumplingküchen und hundert Jahre alten Handelshäusern – nur wenige Minuten von Incheons zentraler U-Bahn-Station entfernt. Das umliegende Open-Port-Viertel ist der Ort, an dem das moderne Korea begann: 1883 wurde der Hafen unter einem Auslandsvertrag gewaltsam geöffnet, und das Zollhaus, die japanischen Bankgebäude und das chinesische Konsulat, die noch heute stehen, gehören zu den besterhaltenen Beispielen spätkolonialer Architektur des 19. Jahrhunderts auf der Halbinsel. Das gesamte Gebiet lässt sich besichtigen, ohne einen einzigen Won Eintritt zu zahlen – aber beim Essen wird man fast zwangsläufig Geld ausgeben.
Was es in Incheon Chinatown zu sehen gibt
Incheons Chinatown erstreckt sich über etwa sechs Blocks rund um das Paeruimun-Tor (das rote Tor am Ausgang 1 der U-Bahn-Station Incheon). Die Straße ist gesäumt von Restaurants, die mit jjamppong (pikante Meeresfrüchtenudelnsuppe, ca. 10.000–13.000 KRW) und jjajangmyeon (Schwarzbohnennudeln, 8.000–10.000 KRW) werben. Beide Gerichte wurden hier Anfang des 20. Jahrhunderts von chinesischen Einwanderern erfunden und verbreiteten sich landesweit. Restaurants, die Fotos von Kunden oder Prominenten an der Tür aushängen, sollte man meiden – das ist ein Touristenfallen-Signal. Die besten Schüsseln gibt es in schlichten Lokalen in den Seitenstraßen.
Das Songwol-dong-Märchenviertel ist ein kurzer Spaziergang bergauf vom Chinatown-Tor entfernt. Wandbilder auf Stützmauern und Treppen wurden zwischen 2012 und 2015 gemalt, um ein heruntergekommenes Wohnviertel zu revitalisieren; die Wirkung ist fröhlich, die Menschenmassen an Wochentagen morgens überschaubar, und die Aussicht auf den Hafen ist schön. Rund 30–45 Minuten sollte man einplanen.
Für einen tieferen Einblick in die Esskultur des Viertels und die Geschichte hinter jjamppong erklärt der Incheon-Chinatown-Spazierführer die besten Stände und wie man auch ohne Koreanischkenntnisse bestellt.
Incheon: Walk and Eat with Local Walking BuddyDer Open-Port-Erbe-Pfad
Das Open-Port-Viertel erstreckt sich über die Blocks zwischen Chinatown und der Uferpromenade. Eine kostenlose Karte gibt es im Incheon Open Port Museum (freier Eintritt, montags geschlossen) in der Sinpo-ro 23beon-gil 89. Das Museum ist im ehemaligen Gebäude der japanischen Ersten Bank (1892) untergebracht und erklärt verständlich, was erzwungene Öffnungshäfen im Ostasien des 19. Jahrhunderts bedeuteten – ohne es zu beschönigen.
Wichtige Stationen auf dem Pfad:
- Incheon Art Platform — ein Ensemble aus 13 restaurierten Lagerhäusern der 1930er-Jahre, die heute als Künstlerateliers und Ausstellungsräume genutzt werden. Eintritt frei; Veranstaltungskalender online prüfen.
- Japanisches 18. Bankgebäude (1890, heute ein Kulturraum)
- Japanisches Zollhaus (1906, heute ein kleines Museum)
- Jayu Park — Koreas erster westlich gestalteter öffentlicher Park (1888), auf einem Hügel über dem Hafen mit einer Bronzestatue von General MacArthur. Der Park überblickt die Bucht, in der 1950 die Incheon-Landung stattfand. Die Kirschblüten Anfang April sind spektakulär. Kostenlos.
Der Incheon-Open-Port-Erbeführer beschreibt jedes Gebäude mit Baudaten und architektonischem Kontext. Die Geschichte des Jayu Parks und der MacArthur-Statue (die in Korea politisch aufgeladen ist) erzählt der Jayu-Park-und-Koreakrieg-Geschichtsführer vollständig.
Incheon Landing Operation: History Tour with Col VINCEROAnreise aus Seoul und vom Flughafen Incheon
Vom Seoul Station: U-Bahn-Linie 1 (Richtung Incheon) direkt bis zur Station Incheon. Fahrtzeit ca. 1 Stunde 10 Minuten; Fahrpreis ca. 1.950 KRW (T-money). Das Chinatown-Tor ist 3 Gehminuten vom Ausgang 1 entfernt.
Vom Flughafen Incheon (ICN): Mit AREX zum Flughafen Gimpo (32 Min.), dann Umstieg auf Seoul-U-Bahn-Linie 5, danach Linie 1 nach Incheon. Gesamtzeit ca. 1 Stunde 20 Minuten. Alternativ AREX zum Seoul Station und die Seoul-Route umgekehrt nehmen – gleiche Reisezeit. Ein Privattransfer ist schneller für Gruppen ab 2 Personen mit Gepäck.
Innerhalb Incheeons: U-Bahn-Linie 1 verbindet die Station Incheon mit Bupyeong (10 Min.) für den unterirdischen Einkaufsmarkt und mit Juan (20 Min.) für den Incheon Grand Park. Wolmido Island ist 20 Minuten Busfahrt (Bus 2, 23 oder 45) oder ein 6.000-KRW-Taxi von der Station Incheon entfernt.
Ehrliche Empfehlungen zum Essen
Jjamppong: Gonghwachun (seit 1912, Warteschlange ab 11 Uhr) und Junghwaru sind die meistzitierten Originale. Preis: 10.000–12.000 KRW pro Schüssel.
Tanghulu: Kandierte Erdbeer- oder Traubenspieße gibt es an jeder Ecke; 2.000–4.000 KRW das Stück. Qualität variiert. Am besten bei Ständen mit hohem Umsatz kaufen.
Koreanisch-chinesische Fusion: Der Sinpo International Market (siehe unseren Sinpo-Reiseführer) ist 10 Minuten Fußweg von Chinatown entfernt und bietet dakgangjeong (süßes gebratenes Huhn), das inzwischen wohl berühmter ist als Chinatowns Nudeln – der Originalstand existiert seit den 1980er-Jahren.
Für einen vollständigen Essensplan, der Chinatown, den Sinpo-Markt und die Cafés im Open-Port-Viertel kombiniert, lesen Sie Wo man in Incheon Chinatown isst.
Incheon Chinatown, Rail Bike, and Eco Park from SeoulChinatown mit anderen Incheon-Gebieten kombinieren
Die natürliche Reihenfolge für einen ganzen Tag in Incheon: Chinatown + Open Port am Vormittag → Mittagessen auf Wolmido Island (20 Min. mit dem Bus) → Meeresfrüchte am Meer. Alternativ lässt es sich gut mit Songdo kombinieren, um den Kontrast zwischen Hafengeschichte des 19. Jahrhunderts und ultramoderner Smart City zu erleben (40 Min. mit der U-Bahn).
Wer mehr Zeit hat, findet im 1-Tages-Reiseplan Incheon + Seoul Chinatown als Einstieg, bevor es nachmittags nach Seoul geht.
Praktische Informationen
- Öffnungszeiten: Straßen und Jayu Park sind rund um die Uhr geöffnet. Incheon Open Port Museum: 9–18 Uhr, montags geschlossen. Incheon Art Platform: Veranstaltungskalender prüfen.
- Eintritt: Alles im Freien ist kostenlos. Das Incheon Open Port Museum ist ebenfalls kostenlos.
- Toiletten: Öffentliche Toiletten am Eingang des Jayu Parks und in der Nähe des Chinatown-Tors.
- Sprache: Speisekarten haben meist Fotos. Die meisten Restaurants haben keine englische Karte, aber auf die koreanisch-chinesischen Standardgerichte (jjajangmyeon, jjamppong) zeigen funktioniert überall.
- Tourismusinformation: Das Incheon Tourism Information Center befindet sich am Ausgang 2 der Station Incheon. Tagsüber englischsprachiger Service. Tourismushotline 1330 (24/7, Englisch).
- Beste Tage: Wochentag-Vormittage sind am ruhigsten. An Wochenenden kommen koreanische Tagesausflügler aus Seoul; vor dem Mittag ankommen, um lange Restaurantschlangen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen zu Incheon Chinatown und dem Open-Port-Viertel
Wie lange dauert ein Rundgang durch Incheon Chinatown?
Die Chinatown-Straßen selbst benötigen 30–45 Minuten in gemütlichem Tempo. Dazu kommen Jayu Park (30 Min.), der Wandbild-Pfad im Märchenviertel (30 Min.) und der Open-Port-Erbe-Pfad (1–1,5 Stunden) – insgesamt also eine 3–4-stündige Runde, Mahlzeit nicht eingerechnet.
Ist Incheon Chinatown eine Touristenfalle?
Manche auf Reisegruppen ausgerichtete Restaurants existieren, aber das Kernviertel ist nach wie vor ein aktives Restaurantviertel, das koreanisch-chinesisches Essen für einheimische Besucher anbietet. Wer Seitenstraßen und Lokale ohne große englische Schilder wählt, isst authentisch. Die Preise sind für Seouler Verhältnisse fair.
Kann ich Incheon Chinatown bei einem Zwischenstopp am Flughafen ICN besuchen?
Ja, aber sorgfältige Planung ist notwendig. Einplanen: 1 Stunde 20 Minuten Anreise pro Strecke plus 3–4 Stunden im Viertel – mindestens 6 Stunden zwischen den Flügen sind nötig (bequemer sind 8). Der Reiseplan für einen Incheon-Flughafen-Zwischenstopp beschreibt dieses Szenario ausführlich.
Was ist das Open-Port-Viertel?
Das Open-Port-Viertel (개항장) bezeichnet das Gebiet rund um Incheons ursprünglichen Handelshafen, der 1883 im Rahmen des Korea-US-Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrags für den Außenhandel geöffnet wurde. Es besitzt die höchste Konzentration west- und japanisch-kolonialer Architektur des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts in Korea.
Gibt es Eintrittsgebühren im Open-Port-Erbe-Viertel?
Straßen und Außenansichten sind frei zugänglich. Das Incheon Open Port Museum (im ehemaligen Ersten-Bank-Gebäude) ist ebenfalls kostenlos. Die Incheon Art Platform ist für die meisten Ausstellungen kostenlos; Ticketpreise für Aufführungen variieren je nach Veranstaltung.
Was ist das beste Gericht in Incheon Chinatown?
Jjajangmyeon (Schwarzbohnennudeln) und jjamppong (pikante Meeresfrüchtenudelnsuppe) sind die unverzichtbaren Gerichte – beide wurden von chinesischen Einwanderern in Incheon Anfang des 20. Jahrhunderts erfunden. Ein Menü mit je einem Gericht kostet ca. 18.000–22.000 KRW.
Wie komme ich vom Incheon Grand Park oder von Songdo nach Incheon Chinatown?
Vom Incheon Grand Park: U-Bahn-Linie 1 von der Station Juan zur Station Incheon (ca. 25 Min.). Von Songdo: Metro-Linie 7 (Incheon-Linie) bis zur Station Bupyeong, dann Umstieg auf Linie 1 Richtung Incheon (ca. 40 Min. insgesamt).


